grimm_klProf. Dr. Rüdiger Grimm, IT-Risk-Management, Institut für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik (IWVI), Universität Koblenz-Landau

„Spuren im Netz und Profilbildung – die Unsicherheit des Nutzers“

Abstract:
Der Vortrag thematisiert die individuellen und sozialen Aspekte von Privatheit.Er zeigt Datenquellen und Datenspuren auf und damit die Möglichkeiten des Abfangens personenbezogener Daten. Aufgrund der Möglichkeiten der Profilbildung menschlichen Verhaltens wird – gemäß dem Ansatz von Juli Zeh 2014 – die Wissens- und Machtasymmetrie durch „Algorithmische Einhegung“ kritisiert. Insbesondere geht der Vortrag auf die wichtige Unterscheidung zwischen Selbst- und Systemdatenschutz ein und plädiert dabei für eine Schwerpunktverlagerung von der individuellen zur sozialen Privatheit mit einer entsprechenden Stärkung des Systemdatenschutzes. In einem gewissen Gegensatz zum Privatheitsschutz stehen die Aufgaben der IT-Forensik. In Überleitung zum zweiten Vortrag von Sebastian Schreiber werden hier die Angriffspunkte für Cybergefahren benannt, die durch Hacking sichtbar und durch systematisches Penetationstesten aufgedeckt werden können.

Zur Person:
Rüdiger Grimm war 2005-2015 Professor für IT-Risk-Management im Fachbereich Informatik der Universität Koblenz-Landau und ist seither in Ruhestand. Weiterhin nimmt er dort Lehr- und Projektaufgaben wahr. Gleichzeitig ist er als wissenschaftlicher Berater und Ombudsmann im SIT – Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnik in Darmstadt tätig.

1977-1985 war Rüdiger Grimm als Sekundarschullehrer in Tanzania, als Programmierer in der Dresdner Bank und als Anwendungsberater in einem Hochschulrechenzentrum tätig. 1985-2000 war er als Wissenschaftler im GMD-Forschungszentrum Informationstechnik Darmstadt, heute Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie, tätig, seit 1995 als Leiter des Themenbereichs „Marktplatz Internet“. 1993 promovierte R. Grimm im Fachbereich Informatik der Universität Frankfurt/Main über ein Sicherheitsmodell für ein faires Aushandeln eines Vertrages im Internet. 1994-2000 hielt er in Frankfurt Vorlesungen über IT-Sicherheit.

2000-2005 war er Inhaber des Stiftungslehrstuhls der Deutschen Bank für Multimediale Anwendungssysteme an der Technischen Universität Ilmenau, Thüringen. Neben seinem Lehrstuhl leitete R. Grimm dort die Forschungsgruppe „Sicherheit für virtuelle Waren“ des IDMT – Fraunhofer Instituts für Digitale Medientechnologie.

Seit 2010 ist R. Grimm Fellow der Gesellschaft für Informatik GI e.V.

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